Prostatakarzinom

Prostatakarzinom

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Tumorerkrankung des Mannes und die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache in der westlichen Welt. Das Risiko an einem Prostatakarzinom zu erkranken liegt in den westlichen Industrienationen bei etwa 10 %. Etwa 7% der Patienten weisen bei Diagnosestellung bereits Fernmetastasen auf. Die Standardbehandlungen für lokale Prostatakarzinome sind die radikale Operation, die Strahlentherapie und das aktive Zuwarten.

Allerdings kann es bei den meisten organüberschreitenden Tumoren als Folge einer Androgen Ablation zu einem kastrationresistenten Prostatakarzinom kommen, welches bisher eine unheilbare Erkrankung darstellt. Diese Tumoren zeigen dabei bereits genetische Veränderungen, welche den Weg in die Androgenunabhängigkeit vorgeben.

Das Prostatakarzinom ist zunächst abhängig von physiologischen Androgenkonzentrationen, deshalb wirken Therapien Wachstums hemmend. Zwei verschiedene anti androgene Therapiestrategien finden klinische Anwendung. Zum Einen die vollständige pharmakologische Kastration für alle Androgen Quellen, einschließlich Nebennieren und intrakrine durch Hemmung der CYP17A1 vermittelten Androgenbiosynthese. Zum Anderen ist eine vollständige Androgen-Rezeptor (AR) Blockade, die direkt die AR -Funktion als Transkriptionsfaktor auf verschiedenen Ebenen antagonisiert.

Als Folge genetischer Aberrationen und einer Dedifferenzierung wachsen die Tumorzellen allerdings auch unter Androgenentzug weiter. Die Ursachen hierfür scheinen in einer Fehlfunktion der Androgenrezeptorachse zu liegen welche durch Mutationen und Überexpression bedingt ist.

Der Aufklärung pathophysiologischer Vorgänge im Prostatakarzinom kommt daher große Bedeutung zu, insbesondere um neue Ansatzpunkte für eine therapeutische Intervention zu erlangen.


Kooperationen

  • PD Dr. P. Thelen, Klinik für Urologie, Universitätsmedizin Göttingen
  • Prof. Dr. P. Burfeind, Abteilung Humangenetik, Universitätsmedizin Göttingen
  • Prof. Dr. H. Jarry, Abteilung experimentelle Endokrinologie, Universitätsmedizin Göttingen

 

Drittmittelförderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft 2013-2016
Einfluss der Östrogenrezeptoren auf den maligen Verlauf des Prostatakarzinoms dargestellt in neuen Estrogenrezeptor-knock out-TRAMP-Tiermodellen
Kooperationsprojekt der Abteilungen experimentelle Endokrinologie, Humangenetik und Urologie
Gesamtfördersumme: 541.000 Euro

 

Ansprechpartner / Kontakt

PD Dr. med. Felix Bremmer
Oberarzt
Telefon: 0551-39-66857
E-Mail: felix.bremmer@med.uni-goettingen.de

 

 

Publikationen zum Thema

Testosterone boosts for treatment of castration resistant prostate cancer: An experimental implementation of intermittent androgen deprivation.
Thelen P, Heinrich E, Bremmer F, Trojan L, Strauss A. 
Prostate. 2013 Jul 19. doi: 10.1002/pros.22711. [Epub ahead of print]

Valproic acid inhibits the proliferation of cancer cells by re-expressing cyclin D2.
Witt D, Burfeind P, von Hardenberg S, Opitz L, Salinas-Riester G, Bremmer F, Schweyer S, Thelen P, Neesen J, Kaulfuss S. 
Carcinogenesis. 2013 May; 34(5):1115-24. doi: 10.1093/carcin/bgt019. Epub 2013 Jan 24.

Synergistic effects of histone deacetylase inhibitor in combination with mTOR inhibitor in the treatment of prostate carcinoma.
Thelen P, Krahn L, Bremmer F, Strauss A, Brehm R, Loertzer H. 
Int J Mol Med. 2013 Feb; 31(2):339-46. doi: 10.3892/ijmm.2012.1221. Epub 2012 Dec 21.