Hodentumoren

Hodentumoren

Maligne Keimzelltumoren des Hodens (testicular germ cell tumors; TGCT) repräsentieren die häufigste Tumorerkrankung des Mannes im Alter zwischen 15 und 34 Jahren. In den letzten Jahrzehnten hat sich aus bisher ungeklärten Ursachen die Anzahl der Neuerkrankungen verdoppelt. Histologisch und klinisch-therapeutisch werden TGCT in Seminome und Nicht-Seminome unterteilt. Die auslösenden Ursachen für die Entstehung eines Hodentumors sind ungeklärt. Als gesicherte Vorläuferläsion gilt die testikuläre intratubuläre Neoplasie (intratubular germ cell neoplasia unclassified type, IGCNU). Durchbrechen atypische Keimzellen die Hodentubuli und infiltrieren das umliegende Stroma, entstehen invasive seminomatöse oder nicht-seminomatöse Keimzelltumoren. Dieser wichtige Vorgang ist bisher wenig untersucht und nicht vollständig verstanden.

 

Die Mortalität konnte mit der Einführung der Cisplatintherapie deutlich gesenkt werden. Selbst bei metastasierten TGCT können 80% der Patienten mit einer Cisplatin-basierten Polychemotherapie geheilt werden. Cisplatin-resistente Patienten haben dagegen eine sehr schlechte Prognose. Neue Therapieoptionen sind selten und in den letzten Jahrzehnten konnten lediglich einige wenige Therapeutika gefunden werden. Diese Medikamente haben jedoch viele Nebenwirkungen und keinen wesentlichen Einfluss auf das remissionsfreie und das Gesamt-Überleben.

 

Der Aufklärung von Resistenzmechanismen, der Eröffnung neuer Therapieansätze und pathophysiologischer Vorgänge in Keimzelltumoren bei den meist sehr jungen Patienten kommt daher große Bedeutung zu.

Kooperationen

  • Dr. A. Strauß, Klinik für Urologie, Universitätsmedizin Göttingen
  • PD Dr. S. Schweyer, Gemeinschaftspraxis Pathologie Starnberg
  • PD Dr. P. Thelen, Klinik für Urologie, Universitätsmedizin Göttingen
  • Prof. Dr. A. Heidenreich, Klinik für Urologie, Universitätsklinikum Aachen
  • Prof. Dr. R. Knüchel-Clarke, Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Aachen
  • Prof. Dr. P. Burfeind, Abteilung Humangenetik, Universitätsmedizin Göttingen

Ansprechpartner / Kontakt

PD Dr. med. Felix Bremmer

Oberarzt

Telefon: 0551-39-66857

E-Mail: felix.bremmer@med.uni-goettingen.de

Publikationen zum Thema

Sertoliform cystadenoma: a rare benign tumour of the rete testis. Bremmer F, Schweyer S, Behnes CL, Blech M, Radzun HJ. Diagn Pathol. 2013 Feb 14;8:23. doi: 10.1186/1746-1596-8-23.

Switch of cadherin expression as a diagnostic tool for Leydig cell tumours. Bremmer F, Schweyer S, Martin-Ortega M, Hemmerlein B, Strauss A, Radzun HJ, Behnes CL. APMIS. 2013 Feb 11. doi: 10.1111/apm.12053. [Epub ahead of print]

N-cadherin expression in malignant germ cell tumours of the testis. Bremmer F, Hemmerlein B, Strauss A, Burfeind P, Thelen P, Radzun HJ, Behnes CL. BMC Clin Pathol. 2012 Oct 15;12:19. doi: 10.1186/1472-6890-12-19.

Leiomyoma of the tunica albuginea, a case report of a rare tumour of the testis and review of the literature. Bremmer F, Kessel FJ, Behnes CL, Trojan L, Heinrich E. Diagn Pathol. 2012 Oct 9;7:140. doi: 10.1186/1746-1596-7-140. Review.

Expression and function of the vitamin D receptor in malignant germ cell tumour of the testis. Bremmer F, Thelen P, Pottek T, Behnes CL, Radzun HJ, Schweyer S. Anticancer Res. 2012 Jan;32(1):341-9.